Montag, 7. April 2025

Erinnerungs-Radtour von Friedrichsfeld nach Mehrum

In diesem Jahr jährt sich das Ende des 2. Weltkriegs am Tag der Kapitulation des deutschen Reichs am 8. Mai 1945. Vierzig Jahre später, am 8. Mai 1985 konnte Bundespräsident Richard von Weizsäcker diesen Tag als "Tag der Befreiung" deuten. Heute sind erneut 40 Jahre ins Land gegangen. 

Am 8. Mai 2025 möchten zahlreiche Voerder mit einer Menschenkette der Folgen des Krieges und der vielen Opfer gedenken. Diese Menschenkette wird zwei Orte in Voerde miteinander verbinden, den Kriegsgräberfriedhof mit seinen 889 Gräbern an der Friedhofstraße und das Denkmal für die Opfer des 
Zwangsarbeiterlagers am Buschmannshof, in dem fast 100 Kinder durch Unterversorgung ums Leben kamen. Ab 16 Uhr versammeln sich an diesem Tag Menschen entlang der Straßen: Friedhofstraße / Bahnhofstraße und am Kindergarten, um um 17 Uhr unter Glockengeläut die Menschenkette zu schließen.  

Teil des Gedenkens ist auch eine Erinnerungs-Radtour zu den Schauplätzen des Krieges. Wir stellen an 15 besonderen Orten Schilder auf, die an den Krieg erinnern. Durch QR-Codes auf diesen Schildern bekommt man Informationen, was an diesem Ort vor 80 Jahren geschah. 

Ein prägnantes Bild von damals stellt jeweils einen Kontrast zur heute so friedlichen und erholsamen Landschaft am Niederrhein her. 

Die Strecke beginnt am Anfang der Wilhelmstraße in der Nähe des Babcock - Wäldchens mit der 1. Station. Die 2. Station befindet sich an der Kreuzung der Wilhelmstraße mit der Spellener Straße, dann geht es etwas weiter in Richtung B8, wo ein Foto von deutschen Kriegsgefangenen aufgenommen wurde. Hier findet sich im sog. Offizierspark auch ein Denkmal für die Opfer der Kämpfe. Nun durchqueren wir den Ortsteil und finden uns am Bürgerhaus ein, an der Kreuzung Post- / Bülowstraße. Hier befand sich ein Zwangsarbeiter-Durchgangslager. Weiter führt der Weg zum Kanal, dem wir bis zur Schleuse folgen. Hier ist noch ein kleiner Abstecher zum Schiffermast an der Einmündung des Kanals in den Rhein geplant. Von dort folgt die Strecke dem Rhein. Am dortigen Rheinvorland fand die historische Anlandung des englischen Premiers Churchill statt. An der Peterskirche wird der Zerstörungen in diesem Rheindorf gedacht, dann geht es zum Rheinkreuz in Ork, wo man eine Pontonbrücke anlegte, der folgten solche Brücken an der Gest und in Mehrum. Am U'Berg erzählt Wilma Hansen, wie sie den Übergang erlebte, dann folgt ein Feldgrab am Rhein und schließlich Mehrum mit Stationen, die an das vernichtete Haus Mehrum und den Rheinübergang dort (am Gedenkstein bei der Friedenseiche) erinnern. Schließlich endet die Tour an der Nato-Rampe, die nach wie vor eine militärische Funktion im Falle eines Krieges zu erfüllen hätte. Möge uns dies erspart bleiben. 

Hier ist der Streckenverlauf eingezeichnet. Es gibt auch einen Flyer mit Wegbeschreibung, den wir gern per mail senden. Gedruckt finden Sie ihn in der Pauluskirche. Wir haben die Stationen der Tour mit dem System der App What3words verortet, so dass man sich mit jedem Navigationssystem führen lassen kann. 

Den genauen Standort jeder Station finden Sie mit der App: What3words. Hier können Sie die drei Codewörter eintippen (oder mit der App direkt scannen). Die drei Worte markieren ein 3 x 3 m großes Feld auf einer Gitternetzkarte, die über die ganze Welt gelegt ist. Die App verbindet Sie dann mit google Maps oder einer anderen Navigation und führt sie zur nächsten Station, die aus einem 30 x 45 cm großen, gelben Schild besteht. Sollte ein Schild verschwunden oder beschädigt sein – senden Sie bitte eine e-mail an gehling-m@bistum-muenster.de. Oder kommentieren dies hier auf der Website (s.o.).
  • 1. Station ///sprüche.regelten.lesen 
Hier geradeaus bis zur Spellener Straße. Auf der anderen Seite geht die Wilhelmstraße weiter, dort ist die...
  • 2. Station: ///zeugen.entfernt.gedanke

Jetzt zurück zur Spellener Straße und ein Stück in Richtung B8/Hindenburgstraße. Hier steht eine Einmündung weiter am Eichenweg die …
  • 3. Station: ///futter.ärzten.gebräu
Wer mag kann noch kurz der Spellener Straße folgen. Auf der linken Straßenseite ist der Offizierspark mit den eindrucksvollen Mahnmalen an die Kriege von 1871 – 1914/1913 – 1939/1945.
Jetzt in den Eichenweg fahren und „quer durch Friedrichsfeld“ auf die Poststraße zufahren. Unser Ziel ist das Bürgerhaus Ecke Post-/Bülowstraße. Hier befand sich das Zwangsarbeiterlager und unsere …
  • 4. Station: ///federn.auszug.zugreise
Wir fahren weiter über die Poststraße bis wir (Ups... da haben wir die Rechnung ohne die Bahn gemacht. Leider ist wegen Bauarbeiten die Durchfahrt unter der Bahnbrücke gesperrt, daher kann man nicht am Kanal entlang und wird geradeaus unter der Bahn herfahren müssen, dann über die Kreuzung Frankfurter Str. weiter geradeaus in die Böskenstraße und dann in die Gehrstraße einbiegen müssen) ... kurz vor dem Bahnhof rechts in Richtung Kanal abbiegen können. Hier folgen wir dem Pfad am Kanalufer nach links in Richtung Schleuse. Wir passieren das Gelände des Kanuclubs. Das Schicksal der Kanalbrücken ist das Thema der …
  • 5. Station: ///besuchte.begehung.angeregte
Hier endet der Weg und wir fahren über die Gehrstraße zur Böskenstraße. Hier fahren wir rechts und dann bei der nächsten Möglichkeit in die Bühlstraße. Ihr folgen wir bis kurz vor die Kanalbrücke, wo wir links in die Weseler Straße einbiegen. In einem langen Bogen biegen wir rechts in die Schleusenstraße ein und fahren bis zu dem kleinen Abzweig der Schleusenstraße, der uns direkt an die Schleuse führt und dort zur...
  • 6. Station: ///neuesten.eine.seitliche
Von hier machen wir einen Abstecher zum Schiffermast Emmelsum. Wir folgen also der Schleusenstraße bis dort. Diesen Weg müssen wir komplett nachher zurückfahren. Der Abstecher lohnt sich aber, nicht nur weil hier eine weitere Station haben, nämlich die...
  • 7. Station ///besucher.mauer.expertin
Von hier fahren wir nun den ganzen Weg über die verlängerte Schleusenstraße zurück bis dort, wo wir vorhin zur Schleuse abgebogen sind. Hier biegen wir diesmal rechts ab und folgen dem Verlauf der Schleusenstraße (Vorsicht, diesen Namen tragen hier einige Straßen). Dort wo Bahngleise die Straße queren geht sie in die Straße „Am Schied“ über, der wir lange folgen. Wir passieren das Gelände der Aluhütte. Dort, wo die Straße auf einen Deich hinauf führt kann man links nach Spellen abbiegen (auch wenn man dort einige Meter weiter (an den Bänken) schon eine 9. Station sehen kann. Hier beginnt unser Abstecher nach Spellen, der die Möglichkeit bietet, zu picknicken, etwas einzukaufen oder ein Eis zu essen. Hierhin kehren wir zurück. In Spellen treffen wir auf die Mehrumer Straße, der wir zur Kirche St. Peter folgen. Hier befindet sich die …
  • 8. Station ///scheine.regiert.ortung
Von hier fahren wir den Weg zurück, den wir gekommen sind und biegen am kleinen Deich links ab. Dort befindet sich die Station, die wir dem britischen Premier Churchill verdanken.
  • 9. Station ///dieser.birken.zusatz
Wir folgen dem Verlauf des Rheins über „Am Schied“ / Auf der Gest / Kolkstraße bis zum Deichkreuz in Ork. Hier sieht man schon die Fahnen wehen und das Kreuz. Über die Vogellake machen wir einen Abstecher zu diesem Aussichts- und Ruhepunkt. Hier findet sich die...
  • 10. Station ///abbildbar.trank.chor
Es geht zurück auf die Kolkstraße, der folgen wir bis sie nach links abknickt und auf die Mehrumer Straße mündet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite mündet auch die kleine Straße „Am Uberg“ ein, in die wir rechts einbiegen. Wir folgen ihr bis zur Kreuzung der Mehrstraße. Hier kamen die amerikanischen Soldaten über die Mehrstraße vom Rhein hinauf und hier findet sich die nächste...
  • 11. Station: ///reis.anbindung.areal
Wir fahren geradeaus über die Mehrstraße in den Hohlackerweg und folgend dem durch die Wiesenlandschaft, bis der Birnbaumweg rechts abbiegt. Dem folgen wir wieder bis zur Mehrumer Straße. Hier biegen wir links ein, folgen ihr aber nur kurz, bis es rechts in die Schloßstraße geht. Dort, wo sie auf den Deich trifft findet sich die nächste …
  • 12. Station: ///einfacher.endlos.gerührt
Wir bleiben auf der Schloßstraße und fahren unten am Deich entlang, bis die Straße wieder links abbiegt. Wir biegen entsprechend ab und finden auf der linken Straßenseite (hinter dem Ehrenmal und dem Wappenstein von Schloß Mehrum), dort wo auch der Voerder Vogel erkennbar ist (Voerder Geschichtsweg) unsere...
  • 13. Station: ///engeln.sowie.knopf
Von hier fahren wir einige Meter auf der Schloßstraße zurück und biegen links in den Rhynumsche Weg ein. An seinem Ende steht die alte Friedenseiche, die an den deutsch-französischen Krieg erinnert. Und das Mahnmal, das die Gilde Mehrum vor 20 Jahren zur Erinnerung an den Rheinübergang aufgestellt hat. Hier findet sich die 
  1. 14. Station ///achtbar.flache.eine
Von hier aus kann man auf den Radweg am Rheindeich gelangen. Diesen Radweg folgen Sie, bis zu einem markanten Deichdurchbruch. Dieser Ort ist eine Rheinübergangsstelle, auch NATO-Rampe genannt. Hier findet sich unsere letzte und...
  • 15. Station: ///flieht.unabhängige.prinzip
Von hier aus können Sie ihre Radtour nach Belieben fortsetzen. Und auch ggf. nach Hause zurückkehren. Die Strecke von der 1. bis zur 15 Station ist ca. 16 km lang.

Quellen und Dank

Die Erinnerungs-Radtour zu den Schauplätzen des Krieges wurde als Projekt des #VoerderFriedensbündnis durch eine Arbeitsgruppe vorbereitet und umgesetzt. Dieser Arbeitsgruppe gehörten Markus Gehling, Frank Parting, Johannes Hansen und Helmut Drost an. 

Die Fotos und Inhalte verdanken wir u.a. Pfr. Wilhelm Kolks und Heinrich Kruse, sowie folgenden Autoren und Büchern: 

  • Alexander Berkel / Krieg vor der eigenen Haustür - Rheinübergang und Luftlandung am Niederrhein 1945, Stadtarchiv Wesel 2004, ISBN: 3-924380-22-8

  • Alexander Berkel / Ortwin Nißing / 1945 - Die Front am Niederrhein - Recherchen - Erkenntnisse - Berichte, Hamminkeln 2025, ISBN: 978-3-00-081284-2

  • John Diamond / Images of War / Montgomery's Rhine River Crossing / Operation Plunder / Photographs from wartime archives, Barnsley 2019, ISBN: 978-1-52673-173-9

  • Wilhelm Kolks / Voerder Chronik / 1900 - 1950 - Quellen der Geschichte von Voerde (Niederrhein), Selbstverlag, Voerde 2020

  • Förderverein Bürgerhaus Friedrichsfeld e.V. / Fabian Merker / Heinrich Kruse u.a. / Jahrestage in Friedrichfeld / Jahrgänge 2020 - 2023
Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern für die Hilfe bei der Umsetzung dieses Projekts. Auch danken wir allen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die bereit sind, von ihren Erlebnissen zu sprechen. Hier ganz besonders Wilma Hansen, deren Erinnerung hier erstmals festgehalten ist. 

Zu Mehrum verweisen wir alle Interessenten auf diese gute Seite: www.rheindorf-mehrum.de

Hilfreich war auch immer wieder das Internet, hier Wikipedia und ein Text von Petra Keßler von der NRZ zum Splitterschutzbunker an der Schleuse. Dank auch an Peggy Mendel für ein spontanes Foto.

Sehenswert und informativ sind die Filme "Krieg am Niederrhein", insbesondere der dritte Teil, der sich mit den Vorgängen in unserer Region befasst. 
Last but not least: Ein herzlicher Dank an Johannes Hansen, Frank Parting und Helmut Drost, die die Idee gemeinsam mit mir, Markus Gehling umgesetzt haben. Angefangen von der Planung der konkreten Standorte, Hinweise auf Fotomaterial, Zeitzeugenberichte bis hin zum konkreten Aufbau der Stationen am 17. April 2025. Das war der Gründonnerstag in diesem Jahr. Vor 80 Jahren lag dieser Tag am 29.3.1945 - also fünf Tage nach dem "Übergang", als langsam etwas Ruhe einkehrte und die Opfer betrauert werden konnten.




Dienstag, 1. April 2025

Natorampe bei Mehrum

Vor allem während der Zeit des Kalten Krieges von 1945 bis um 1989/90 entstanden in der Bundesrepublik zahlreiche Ersatzübergangsstellen über Flüsse, die einen vornehmlich militärischem Verwendungszweck hatten. Der Rhein als Deutschlands wichtigste Wasserverkehrsader spielte bei taktischen Szenarien der konventionellen Kriegsführung stets eine Schlüsselrolle. Es galt, hier einen weiteren Durchbruch von (Panzer-)Truppen des Warschauer Paktes zu verhindern, wenn diese bereits den Rhein erreicht haben sollten. Im links des Rheins anliegenden Gebiet liegen neben weiteren NATO-Staaten (u.a. BeNeLux und Frankreich) auch zahlreiche US-Militärstützpunkte.

Volkstümlich werden die als potentieller Ersatz für Brücken errichteten Übergangsstellen auch „NATO-Rampen“ genannt. Im Jargon der Bundeswehr findet sich für die Bauten auch die Bezeichnung „Panzerrampe“, Feuerwehren nutzen hingegen eher gerne den Ausdruck „Feuerwehrrampe“.

Die Ersatzübergangsstellen sollten es im Verteidigungsfall erleichtern, die zwei Ufer eines Flusses über behelfsmäßige Ponton- bzw. Schwimmbrücken - teils auch Fähren - miteinander zu verbinden. Damit sollten die Rampen im Kriegsfall anstelle von möglicherweise zerstörten Brückenbauten eine gesicherte Transportmöglichkeit für militärisches Gerät und Fahrzeuge (insbesondere Panzer) oder Truppenteile gewährleisten.

Mit dem Ende des Kalten Krieges sank zwar die militärische Bedeutung der NATO-Rampen, doch werden diese zumeist nach wie vor in Einsatzbereitschaft gehalten. 

Eine solchen Rampe ist oft eine Möglichkeit, einen Schwerlasttransport ans Rheinufer zu ermöglichen. So z.B. den Transport eines über 400 Tonnen schweren Generatorläufers aus dem Kraftwerk in Möllen im Jahr 2019.

Der etwa sieben Meter breite Durchlass im Deich, müsste im Falle von Hochwasser abgedichtet werden. Über Wasserstandsmeldungen aus Düsseldorf und Duisburg gibt es bei steigenden Pegelständen eine Vorlaufzeit von einem bis eineinhalb Tagen. So können die notwendigen Elemente aus Aluminium (gelagert an der Feuerwache in Löhnen) dorthin gebracht werden. Die doppelte Wand besteht aus etwa 50 Einzelteilen und kann in rund 20 Minuten aufgebaut werden. 

Diese „Kerbe im Deich“ zeigt an, dass Krieg nicht nur ein Relikt vergangener Zeiten ist, sondern dass das alte lateinische Sprichwort: „Si vis pacem para bellum“ – nach wie vor ein Stück Wahrheit enthält: „Wenn du (den) Frieden willst, bereite (den) Krieg vor.“ Vielleicht in diesem Kontext ein aufschlussreicher Zufall, dass mitten in Mehrum 1888 das (historisch bedeutsame) Grab eines germanisch-römischen Kriegers aus dem 6. Jahrzehnt nach Christi Geburt gefunden wurde.  Und das ausgerechnet auf der – für die Römer feindlichen „germanischen“ Seite des Rheins. Der Grabfund kann heute in Xanten besichtigt werden.

Quelle: „NATO-Rampen am Rhein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital.
URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-351985 (Abgerufen: 27. März 2025)

Fotos von der Rheinüberquerung Ende März bei Emmerich / Kleve.

Dank an Sascha.B Military Photographer, er veröffentlicht seine Bilder bei Instagram und Facebook

Haus Mehrum

Haus Mehrum blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Die Website der Gilde Mehrum berichtet ausführlich darüber: 

In der Zeit von 1934 bis 1937 nutzte der „Deutsche Arbeitsdienst“ das Herrenhaus als Quartier. Einige Stallungen wurden zu Waschkauen umgebaut und im Park zusätzliche Wohnbaracken errichtet.

Kommandos und Stiefelklappern störten von nun an die Stille des Schlosshofes bei der fast militärischen Ausbildung der hier stationierten Dienstabteilung. Nach dem Abzug des Arbeitsdienstes 1937  kehrte bis zum Kriegsausbruch Ruhe ein. In den Jahren 1939 bis 1945 fanden Kriegsgefangene – Franzosen, Russen, Polen und später „Fremdarbeiter“ (zur Arbeit in Deutschland gezwungene Menschen aus den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten)- ein Obdach im Schlossgebäude.

Am 17.10.1944 vernichteten Brandbomben den Pferde- und Kuhstall mit der Milchkammer. Dabei verbrannte das dort eingelagerte Getreide der damaligen Pächter Gerhard Hüser und Wilhelm Klein. Nur die Dreschmaschine konnte rechtzeitig gerettet werden. Die Mauerreste der Ruine dienten den amerikanischen Pionieren beim Rheinübergang im März 1945 als Unterbau für die Zufahrtsrampen an den Pontonbrücken.

Während der Eroberung des Niederrheins durch die Truppen der Alliierten im März 1945 erhielt das Schloss mehrere Granattreffer, die das einst stolze Haus in eine traurige Ruine verwandelten.

In den ersten Nachkriegsjahren dachte niemand an einen Wiederaufbau, da Baumaterial nur zur Schaffung von Wohnraum verfügbar war. Wind und Wetter vollendeten das menschliche Zerstörungswerk in den folgenden Jahren.

Es fehlte nicht an Vorschlägen, die Ruine einem neuen Verwendungszweck zuzuführen (Jugendherberge, Museum u. a. ).

Am 12.04.1952 berichtete die WAZ-Westdeutsche Allgemeine-Zeitung: „Wie aber auch der oberflächliche Betrachter feststellen kann, droht dem gesamten Gebäudekomplex Einsturzgefahr, falls nicht umgehend Maßnahmen getroffen werden. Diese Maßnahmen will der jetzige Besitzer Krieger (Mitinhaber der Fa. Hülskens) ergreifen, allerdings nicht im Sinne des Kreises und des Landes. Er beabsichtigt nämlich, die beiden Giebelwände einzureißen. Die ersten Vorbereitungen wurden bereits getroffen.“

Da auch in den folgenden Jahren keine Finanzmittel für den Wiederaufbau beschafft werden konnten, musste im Frühjahr 1960 das Dorf von seinem alten Wahrzeichen Abschied nehmen. Der Besitzer beseitigte die Ruine und fuhr den Schutt in ein ausgekiestes Baggerloch am Rhein.

Auf dem Schlosshof kennzeichnen nur noch zwei Treppenstufen den Eingang zum ehemaligen Herrenhaus. Auch ist dort ein alter Giebelstein erhalten. 

Das Dorf hält sein verlorenes Wahrzeichen in guter Erinnerung. Ein Foto ziert fast jedes Mehrumer Wohnzimmer und der Schützenverein trägt es auf seiner Fahne und den Uniformen. Eine Darstellung des Schlosses befindet sich auch in der Schützenhalle. 

Von den Wirtschaftsgebäuden blieb die große Scheune erhalten. Das sogenannte Hinterhaus wurde 1947 abgebrochen. In dem heute noch vorhandenen Gebäude befinden sich Mietwohnungen. 


Quelle u.A.: https://www.rheindorf-mehrum.de/haus-mehrum.html 

Soldatengrab am Deich

Für dieses Foto gibt es keine genaue Lokalisierung. Vielleicht kommt ja im Rahmen unserer Radtour etwas heraus und jemand erkennt den Ort. 

Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden die Toten, die unmittelbar an den Kampfplätzen getötet wurden, später auf die Kriegsgräberfriedhöfe umgebettet. Dieser Tote mag daher heute in Voerde auf dem Kriegsgräberfriedhof an der Friedhofstraße ruhen. 

Seine Identität ist nicht bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich um einen deutschen Soldaten. 

Auf dem Voerder Kriegsgräberfriedhof liegen Gefallene aus Ostwestfalen und dem Münsterland. Dazu kamen verstorbene Kriegsgefangene aus den Rheinwiesen bei Rheinberg. Ab 1946 wurden 132 deutsche Soldaten aus ihren Feldgräbern im Raum Voerde, die sich meist dort befanden, wo sie gefallen waren, umgebettet. Ebenso fanden 71 Gefallene aus dem Amt Gahlen und 46 Soldaten, die auf dem alten Schulhof Friedrichsfeld bestattet worden waren, hier ihre letzte Ruhestätte. Auch einige Voerder Männer, die anderswo umgekommen waren, wurden postum auf den Soldatenfriedhof Voerde überführt.

Heute befinden sich hier die Gräber von 889 Kriegsopfern. Die Grabsteine aus Ruhrsandstein wurden 1963 anstelle der vorhandenen Holzkreuze errichtet.

Viele Informationen und Hinweise, auch zu den Ereignissen des 2. Weltkrieges finden sich auf den Tafeln des Geschichtspfades, die der Voerder Heimatverein aufgestellt hat. 

Uberg in Ork - Zeitzeugen berichten

Hier möchten wir zwei Zeitzeugen zu Wort kommen lassen, zunächst mündlich Frau Wilma Hansen geb. Gockel geboren am 14.4.1936, damals wohnhaft am Uberg 462, in Spellen-Ork.

Die geschilderte Situation hat sich in den frühen Morgenstunden ereignet. Sie war damals fast 9 Jahre alt. (Die dem Video unterlegten Bilder stammen alle aus der Region zwischen Wesel und Hamminkeln. So ähnlich wird es am 24. März 1945 auch in Ork am U'Berg ausgesehen haben.)


Ihre Schwester, Anni Alsdorf-Berg, geb. Gockel hatte 2005 der RP berichtet: "Im Keller hörten wir nun ganz andere Geräusche, denn wir waren 300 bis 400 m vom Rhein entfernt, den die alliierten Truppen mit ihren Schlauchbooten überquerten. Plötzlich standen drei Amerikaner bei uns im Keller. "Hands up - Hands up" schrien sie uns an und suchten nach deutschen Soldaten. Bei uns war ein geistig behinderter Mann, der getreten und geschlagen wurde, weil sich keiner von uns mit der englischen Sprache auskannte. Soviel Angst wie in diesen Stunden, hatte ich mein ganzes Leben nicht mehr.

Als es gegen Morgen hell wurde, ließen die Soldaten uns aus dem Keller, damit die beiden Mütter für usn etwas kochen konnten. Ein Soldat gab uns Schokolade und Keks. Dann sahen wir durch ein Fenster, wie die deutschen Soldaten zusammengetrieben wurden. Plötzlich sah ich, dass einer nicht mehr mit konnte - er wurde einfach erschossen. 

Am nächsten Tag mussten alle Orker, die noch da waren aus ihren Häusern. Man hat uns alle wie das Vieh zusammen getrieben und einem Haus eingesperrt."

Das obere Bild zeigt den Schreiner Max Gockel mit seinen Schwestern und seiner Mutter vor dem Elternhaus an der Mehrstraße, nur wenige Schritte vom Schauplatz der Ereignisse am U'Berg entfernt. Rechts Max Gockel mit der jüngsten Schwester der beiden Zeitzeuginnen (geb. 1945) einige Jahre später (ca. 1950) im Garten seines Hauses. 

Deichkreuz in Ork

Innerhalb von Stunden errichteten Pioniere nach dem Beginn der Operation Plunder zwischen Orsoy und Emmerich etwa 20 Pontonbrücken, darunter später auch eine Eisenbahnbrücke bei Wesel. Nun konnte das Ruhrgebiet eingekreist und erobert werden. Es war der letzte große Kampf vor der endgültigen Niederlage des Hitler - Regimes. 

Eine dieser Pontonbrücken, eine sog. Treadway-Ponton-Brücke entstand zwischen Wallach und Ork, eine weitere Brücke gab es bei Mehrum, von der es aber wohl nur ein einziges Foto gibt. Das Bild und ein Luftbild sind im Schaukasten am Gedenkstein in Mehrum zu sehen. 


Die Brücke, die hier stand, wurde als erste Brücke fertig. Noch heute findet man übrigens im Umfeld Bruchsteine, die damals von den Amerikanern zur Verbreiterung und Befestigung der Gest verwendet wurden. Die Straße "Auf der Gest" musste für die Panzer am das Doppelte verbreitert werden, wozu Ziegel, Geröll und Steine aus zerstörten Häusern von der anderen Rheinseite verwendet wurden.

Der Brückenbau begann um 6.30 Uhr am 24.3.1945. Diese Brücke war eine Pontonbrücke auf Schlauchbooten, auf denen breite Profilschienen ruhten, die eine Fahrspur bildeten. Auf dieser Brücke konnten auch Kampfpanzer den Fluss überqueren. Um 16 Uhr war die Brücke fertiggestellt. 

Parallel hatten die Pioniere stromaufwärts einen Anlandeplatz gefunden und einen Fährverkehr aufgenommen. Einer der Fähren versagte der Motor, sie trieb ab und beschädigte die Brücke kurz darauf. Es dauerte bis 2 Uhr in der Nacht, bis sie wieder einsatzfähig war. 

Zur Erinnerung an das historische Ereignis des Rheinübergangs mit vielen toten und verwundeten Soldaten beider Seiten und Zivilisten ist 1996 dieses Kreuz aufgestellt worden, das der Voerder Künstler Julius Seifert geschaffen hat. Es wird liebevoll von Anwohnern und auch von Mitgliedern des Bürgerschützenvereins Mehr - Ork - Gest gepflegt und von vielen Ausflüglern und Spaziergängern besucht, die den weiten Blick über den Rhein lieben und genießen. 


Churchill in Spellen

Der englische Premierminister Winston Churchill machte am Palmsonntag, 25. März 1945 einen Besuch an der Front. Er traf zunächst am Hauptquartier des 16. amerikanischen Korps in Kamp-Lintfort ein, wo er die Kommandierenden Eisenhower, Bradley und Simpson traf. 

Nach dem Lunch fuhren sie Richtung Wesel und machten Halt beim Restaurant "Wacht am Rhein" am Büdericher Rheinufer, von wo aus sie bei bestem Wetter eine klare Sicht auf das von den Alliierten sogenannte "Berliner Ufer" - die rechte Rheinseite - hatten. Allerdings gab es dort nicht viel zu sehen, so dass sich Eisenhower bald verabschiedete. 

Als Churchill ein in der Nähe anlegendes Landungsboot erblickte, kam ihm eine Idee, von deren Ausführung er später in seinen Memoiren schrieb: 

"Ich sagte zu Montgomery: "Wollen wir nicht hinübergehen und sehen, wie es drüben ausschaut?" Einigermaßen überrascht hörte ich ihn antworten: "Warum nicht?"

Er zog noch einige Erkundigungen ein, dann setzten wir mit drei oder vier amerikanischen Generälen und einem halben Dutzende amerikanischer Soldaten über den Strom.

Im hellsten Sonnenschein und absolutem Frieden landeten wir am deutschen Ufer und gingen dort eine halbe Stunde unbehelligt spazieren."

Churchill und Montgomery stapften durch die Wiesen, etwa in der Gegend des hohen Ufers der Gest. Aber auch hier tat sich nichts Wesentliches, so dass die ganze militärische Gesellschaft nach kurzer Zeit wieder ins Boot stieg und zurückfuhr Kriegsberichterstatter hielten diesen ersten Ausflug auf das rechte Rheinufer im Bild fest, das dann um die Welt ging. Die Spellener bekamen von diesem historischen Moment nichts mit. 

General Eisenhower, der spätere Präsident der USA, kommentierte die symbolträchtige Rheinüberquerung des britischen Premierministers so: "Es war ihm zweifellos eine große Genugtuung, das Ostufer des traditionellen deutschen Verteidigungsriegels betreten zu können. Vielleicht sah er darin eine für die endgültige Niederlage des Feindes symbolische Handlung - eines Feindes, der England fünf Jahre zuvor an die Wand gedrückt hatte."

Vom Besuch des britischen Premiers an der Front und auf Voerder Gebiet gibt es sogar bewegte Bilder aus dem Film "Krieg am Niederrhein". 




Technisch besser und etwas länger ist der Film, den das Stadtarchiv Wesel im Netz zur Verfügung stellt: 


Spellens zerstörte Kirchen

Vor dem Übergang über den Rhein, der für die Nacht vom 23. auf den 24. März geplant war, hatten die alliierten Truppen ab ca. 17 Uhr aus allen Rohren auf die rechte Rheinseite und damit auch auf Spellen und Ork gefeuert. 

130.000 Granaten sollen in dieser Zeit verschossen worden sein. Mit verheerenden Folgen. Kaum ein Haus blieb unbeschädigt. 

Die Zahl ziviler Opfer war weniger hoch als befürchtet werden musste, da viele Familien im Vorfeld schon evakuiert wurden oder freiwillig die Gegend verließen. Dennoch harrten zahlreiche Zivilisten auf ihren Höfen und in Spellen, Ork, Mehrum und Löhnen aus. Mindestens 44 von ihnen kamen in diesen Tagen ums Leben. Man schätzt, dass in Voerde auch 250 deutsche Soldaten starben. Die Amerikaner zählten 41 Gefallene, 7 Vermisste und 450 Verwundete in 24 Stunden. 

Die gut sichtbaren Kirchtürme dienten als Landmarken - und damit auch als Zielpunkte. Der Kirchturm von St. Peter zeigt sich aber auch am 19.3.1945 schon schwer beschädigt.

Zum Glück war die in den Dünen von Spellen befindliche Flakstellung da schon nicht mehr besetzt, was einen noch schlimmeren Beschuss verhinderte. 

"Am Nachmittag des 23. März 45 fielen auch beide Kirchtürme des Dorfes Spellen." So berichtete es recht lapidar die Schulchronik der ev. Schule Spellen. 

In einer Stunde verschossen 600 amerikanische Geschütze 65.000 Granaten in Richtung Ostufer des Rheins.

Der kath. Pfarrer Rinschede hatte den Beschuss im Keller des Krankenhauses überstanden, das selbst auch 100 Volltreffer erhalten hatte. Eine Giebelwand war fast ganz zerstört. Die Amerikaner ernannten ihn zum "Bürgermeister". In der Pfarrchronik berichtete er: "Es war nicht rosig. Die Pfarrkirche sehr schwer beschädigt. Turm fast total zerschossen. Ein Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte. Das Pfarrheim ausgebrannt bis zum Keller. Die Küsterei wohl kaum aufbaufähig. Die Katstelle Hemming total zerstört. Manche Häuser brannten."

Nach Ostern durften die Menschen die Keller verlassen und sich draußen bewegen. 

Die Scheune des Steegerhofes in Ork wird von den Katholiken als provisorische Notkirche eingerichtet und genutzt, wo am 8. April erstmals wieder Gottesdienst gefeiert wurde. 

Auch die evangelische Kirche war schwer beschädigt worden, der Turm fast komplett zerstört. Die Pfarrersfamilie war evakuiert worden, Pfarrer Boelitz kehrte erst am 30 März 1948 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück. 



Wesel und die Rheinbabenbrücke

Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Rheinbrücke in Wesel. Die Stadt Wesel war die am stärksten zerstörte deutsche Stadt, die Statistiker errechneten später einen Zerstörungsgrad von 98 Prozent. 

Immer wieder griffen Bomber die Stadt an. 

Am 10. Februar fielen 50 Bomben die nördlichen Teile der Stadt. 

Ein großer Angriff erfolgte am 14. Februar durch 37 viermotoriger US-Bomber, er galt der Rheinbabenbrücke. Der in Richtung Büderich gelegene Teil der Straßenbrücke brach dabei ein. In den Trümmern der Brücke entstanden später Fotos des britischen Premiers Winston Churchill, die um die Welt gingen. 

Am 16. Februar griffen 63 viermotorige US-Bomber gegen 11.30 Uhr zunächst die Rheinbrücken, dann die Stadt an. Gegen 16 Uhr folgt ein Großangriff von 100 viermotorigen englischen Bombern. In Wesel kamen 322 Einwohner ums Leben, dazu wahrscheinlich etwa 100 deutsche Soldaten. 

Am folgenden Tag bewahrt eine Wolkendecke die Stadt vor dem Angriff von 298 viermotorigen britischen Bombern. 

Der erfolgt dann am 18. Februar durch 160 viermotorige britische Bomber, die gegen 15 Uhr die Ruinen der Stadt angreifen und erneut 46 Menschen töten. 

Schon am 19. Februar erfolgte der nächste Angriff durch 168 viermotorige Bomber, bei dem 23 Menschen starben. 68 viermotorige US-Bomber greifen gleichzeitig die Weseler Eisenbahnbrücke an, die dabei aber nicht zerstört wurde. 

Gegen diese Brücken erfolgte am 24. Februar ein erneuter Angriff von 70 viermotorigen US-Bombern, wieder ohne die Brücke zu zerstören. 

Am 6. und 7. März greifen 48 leichte britische Mosquito-Bomber die Stadt an, in der Nacht folgen Angriffe mit 87 viermotorigen Bombern und erneut 51 leichten Mosquito-Bombern. Das Ziel sind diesmal deutsche Truppen und Fahrzeugkolonnen. 

Am 10. März sprengen die Deutschen schließlich die Eisenbahnbrücken. Kurz danach ist der gesamte linke Niederrhein in alliierter Hand. 

Ein letzter Bombenangriff auf die Trümmer von Wesel erfolgt mit 195 Bombern in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1945 im Rahmen des Rheinübergangs der Operation "Plunder". Die verbliebenen Verteidiger Wesels waren völlig erschöpft, verwundet und demoralisiert und können den alliierten Truppen nichts mehr entgegensetzten. Wesel wurde schon am Morgen des 24. März 1945 erobert. 

Die Trümmer der Eisenbahnbrücke, wie die Reste der Verteidigungsanlagen der Garnisonsstadt Wesel sind bis heute in der Landschaft sichtbar. Die Eisenbahnbrücke wurde nicht wieder aufgebaut, wohl aber unmittelbar nach dem Rheinübergang durch drei Pontonbrücken und eine "semi-permanente" Brücke auf Holzpfählen ersetzt. Wenn auch nur für kurze Zeit. 

Züge überqueren den Rhein weiter südlich als Duisburg bis nur niederländischen Grenze nicht mehr. 

Hier ein kleiner Film über die Zerstörungen in Wesel. 



Splitterbunker an der Schleuse

Hier an der Schleuse erinnert ein kleiner Bau hinter dem hohen, oben mit Stacheldraht versehenen Gitterzaun an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges - es ist eine stumme Mahnung. Ein Splitterbunker, der um 1940 für den Wärter der zehn Jahre zuvor errichteten großen Schleuse erbaut wurde.

Eine Informationstafel rechts daneben lässt den Betrachter wissen, dass der kapselförmige Bau dem Schleusenpersonal während des Zweiten Weltkriegs als Beobachtungsstand und als behelfsmäßiger Schutz bei Luftangriffen diente. Der Bunker ist klein und eng - einfach unvorstellbar, sich hier aufzuhalten, während draußen Bomben niedergehen. Es ist eng darin, wer mehr als 1,80 Meter misst, kann sich nur in gebückter Haltung in dem Bunker aufhalten, in dem Sehschlitze einen Rundumblick nach draußen ermöglichen.

Beobachtungsbunker wie dieser, erfährt der Leser bei der Lektüre der Informationstafel weiter, wurden "in der Hauptsache im Bereich von Verkehrsanlagen wie Bahnhöfen, Häfen, Brücken, Schleusen, Flugplätzen sowie in industrie- und dichtbebauten Wohngebieten aufgestellt und dienten bei Luftangriffen als zielnahe Beobachtungsstände". Besetzt wurden sie von Posten, "die bei Angriffen Schäden erkennen und möglichst schnell für deren Behebung zu sorgen hatten". Den äußerst gefährlichen Dienst leisteten in der Regel Mitarbeiter der zu schützenden Einrichtung, in dem Fall der Schleusenwärter.


Als reine Schutzbunker aber seien die Beobachtungsbunker weniger geeignet gewesen. Die schwache Konstruktion habe zwar einen gewissen Splitter- und Trümmerschutz bei Bombendetonationen in größerer Entfernung geboten, "der Explosionswirkung von Naheinschlägen" hätte diese Art Bunker aber nicht standgehalten. Wegen ihrer leichten Bauweise seien Kleinbunker nach dem Krieg problemlos und ohne großen Aufwand beseitigt worden. "Der Bunker an der Schleuse Friedrichsfeld ist das einzige erhaltene Exemplar im Stadtgebiet Voerde", steht auf der Tafel.

Auszüge aus einem Text von Petra Keßler von der NRZ. Vielen Dank für die Erlaubnis, diesen Text verwenden zu dürfen. 

Der schöne Artikel über den Splitterbunker erschien im Rahmen der Adventskalendertürchen-Aktion der NRZ im Jahr 2016.




Durchgangslager für Zwangsarbeiter mitten in Friedrichsfeld

Die neu aufgebaute Baracke an dieser Stelle dient heute als Bürgerhaus Friedrichsfeld vielfältigen sozialen und kulturellen Zwecken. 

Hier befand sich das aus mehreren Baracken bestehende Durchgangslager Friedrichsfeld. Hier waren viele junge Frauen und Männer zeitweise untergebracht, die in Deutschland Zwangsarbeit verrichten und die Arbeitskraft deutscher Soldaten zu ersetzen hatten. Zunächst waren diese Zwangsarbeiter ganz in der Nähe der Betriebe untergebracht. Nachdem aber der Bombenkrieg intensiver wurde, brachte man die Zwangsarbeiter in Randbereichen unter. So entstand auch das Lager am Buschmannshof in Voerde für die Zwangsarbeiter der Firma Krupp in Essen. 

1942 gab es erste Pläne, einige Baracken der ehemaligen Militärunterkünfte in Friedrichsfeld für ein solches Lager zu nutzen. Vorher waren sie von einigen NS-Organisationen und vom Reichsarbeitsdienst RAD genutzt worden. Die Siedlungsgesellschaft akzeptierte den Plan des Landesarbeitsamts Köln, einen Teil der Baracken für diese Zwecke zu vermieten. 


Das Durchgangslager wurde im Juni 1942 eingerichtet und bestand im westlichen Teil des Barackenlagers. Zu den Steinbaracken wurden weitere aus Holz in Richtung Poststraße errichtet, so dass das Lager insgesamt über 20 Baracken umfasste. Es war von außen nicht einsehbar. Die Zustände waren menschenunwürdig. Es gab einen Wasserhahn, eine Latrine (Brett mit Jauchegrube) und wenig und zudem schlechtes Essen. Das Lager glich einem Schlammfeld. 

Am 17. und 18. Oktober 1944 kamen zahlreiche Niederländerinnen und Niederländer aus der Region Limburg im Lager an. In ihren Erinnerungen heißt es: "Das Lager Friedrichsfeld in der Nähe von Wesel umfasste über 20 Holz- und Backsteinbaracken, die von Polen und Russen - manchmal zusammen mit ihren Familien - und von Belgiern, Franzosen und Italienern bewohnt wurden. Ihr mageres Gesicht, ihre Kleidung und der apathische Gesichtsausdruck ließen keinen Zweifel an den mehr als horrenden Lebensbedingungen."

Da das Lager unter Androhung schwerster Strafen nicht fotografiert werden durfte, gibt es so gut wie keine Aufnahmen. Bekannt ist nur ein einziges Bild, das Zwangsarbeiter auf der Poststraße vor dem Lagerzaun, auf dem Weg zum Bahnhof zeigt. Von hier wurden die Zwangsarbeiter in die Umgebung verteilt. Besonders schlecht behandelt wurden die Ostarbeiter, die an ihrer Kleidung die Markierung OST zu tragen hatten. 

Das Foto zeigt eine Kennmarke
für einen Zwangsarbeiter im
Lager Friedrichsfeld.
"Während dieser Zeit wurden 199 Sterbefälle von Bewohnerinnen und Bewohnern des Durchgangslagers beurkundet. Der erste war der 35-jährige Fabrikarbeiter Wincenti Preczeuski aus Kalisch in Polen. Er starb im Spellener Krankenhaus an Tuberkulose. Wann das Lager aufgelöst wurde, ist unklar. Die letzten beiden Todesfälle waren die Hilfsarbeiter Wasilij Archipjuk und Michail Resnik, die am 22.2.1945 im Durchgangslager an Tuberkulose verstarben. Bereits zuvor erhängte sich die aus Nürnberg stammende und in Wesel wohnende Marie Pauline Rüsch, geb. Rüsch, am 19.2.1945 im Durchgangslager. Vermutlich war sie in Wesel ausgebombt worden. 

Spätestens mit dem Rheinübergang der Amerikaner war das Lager evakuiert worden. Siegfried Thielen berichtete noch von einer ausgehungerten Frau, die sich verängstigt in einem Wäscheberg versteckte und den Granatbeschuss verwundet überlebte. Ihr weiteres Schicksal bleibt ungewiss."

Zahlreiche Berichte gibt es über die unmenschliche Behandlung der Zwangsarbeiter, vor allem durch die Bewacher. Aber auch von heimlicher Hilfe durch die Zivilbevölkerung und einigermaßen guter Behandlung z.B. in Bauernhöfen und Betrieben. 

Quellen: 2020 Jahrestage in Friedrichsfeld
W. Kolks: Voerder Chronik 1900 - 1950


Kriegsschäden am Wesel-Datteln-Kanal

Auch die wichtige Wasserstraße des erst im Jahr 1930 eröffneten Kanals wurde in Mitleidenschaft gezogen. So waren die Brücken über den damaligen Lippe-Seiten-Kanal zum Teil zerstört worden. 

Die Brücke an der Landstraße von Spellen nach Wesel (Bühlstraße) wurde im März 1945 gesprengt. Erst 1959 konnte eine neue Brücke fertiggestellt werden. 

Auch die Brücke der Bahnlinie von Hamborn nach Wesel, die sogenannte Spellener Bahn (oder Walsumbahn) wurde im März 1945 von der Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch der feindlichen Truppen aufzuhalten. Die Folgen sind noch bis heute spürbar. 

"Der Verlust der Eisenbahnbrücke bedeutete den Todesstoß für die Spellner Hochbahn. (...) Die stand aber noch bis unmittelbar vor dem Einmarsch der Amerikaner am Samstagmittag. Dann gefiel es einem Offizier noch in letzter Minute das eingebaute Dynamit zu zünden." (Thomas Vowinkel in einem Beitrag: "Für die Spellener ist der Zug abgefahren".)

1952 wurde die zerstörte Brücke demontiert, also sieben Jahre nach ihrer Zerstörung und verschrottet. Die Reste der Widerlager, auf denen die Stahlbrücke lag, sind noch heute vorhanden. 

Bis heute ist die Brücke nicht wieder aufgebaut, zwischenzeitlich fuhren zwar Züge über die Hochbahnstrecke der Spellner Bahn bis zum Lippehafen. Dieser neu belebte Zugverkehr fand aber durch das Emscherhochwasser eine längere Unterbrechung. Die Brücke dort soll 2025 wieder fertig sein. Ob man dann evtl. auch die Brücken über die Lippe und den Wesel-Datteln-Kanal wiederherstellen wird, damit man die Bahn auch für den Personenverkehr wieder nutzen kann? Man darf gespannt sein. 

Auch gesprengt wurde die Brücke an der Frankfurter Straße, wieder im März 1945. Im Januar 1957 konnte man sie wieder überqueren, 12 Jahre nach ihrer Zerstörung. 

Die nächste Brücke ist die der Eisenbahnlinie zwischen Dinslaken und Wesel. Auch sie wurden gesprengt, wie auch die Brücke der B8/Hindenburgstraße, sowie die heute ebenfalls verschwundene Brücke Ullrichstraße / Schulweg. Diese Brücke lag unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke und wurde 1947 ersatzlos (und heute spurlos) verschrottet. 

Nur zwei Verbindungen über den Kanal wurden 1946 provisorisch wieder hergestellt, eine der Brücken der Eisenbahnlinie Oberhausen - Arnheim und eine militärische Hilfsbrücke, eine sog. Bailey-Brücke im Zuge der B8. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad konnte man über die Schleuse den Kanal überqueren. Außerdem richteten die Einwohner für die Überquerung Behelfsfähren mit Booten ein. Das Bild zeigt dies auf der Höhe der Frankfurter Straße. 

Quelle: 2022 Jahrestage in Friedrichsfeld - 100 Jahre Brücken über den Kanal in Friedrichsfeld. 

Gefangene deutsche Soldaten auf der Spellener Straße

Dieses Bild wurde am 26. März 1945 aufgenommen. In regelmäßigen Viererreihen marschieren die Deutschen in die Kriegsgefangenschaft. Über die neu erstandenen Pontonbrücken werden sie über den Rhein transportiert. 

Das Bild soll auf der Höhe des Eichenwegs entstanden sein. 

Das war am Montag der Karwoche. 

Am 27. März 1945 verzeichnet der Protokollant in den Berichten der Medizinischen Abteilung der 30. Division: "Während der vergangenen 3 Tage hat die Division 3.089 Gefangene gemacht. Nicht schlecht. Dies entspricht etwa einem Regiment."

Unter anderem in Büderich hatten die Amerikaner Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Das Lager dort bestand ab dem 20. April 1945 auf einer Fläche von 90 ha. "Umgeben war es von Stacheldraht. Ungeschützt mussten rund 80.000 Kriegsgefangene auf blankem Acker leben, bis das Lager am 15. Juni 1945 aufgelöst wurde und die Gefangenen in einem Marsch ins Lager Rheinberg verlegt wurden. 

Die Bedingungen im Lager werden als menschenunwürdig beschrieben. Überdachungen gab es nicht, den Kriegsgefangenen durften auch ihre Zeltbahnen nicht behalten, so dass sie auf freiem Feld in notdürftig gegrabenen Erdlöchern Schutz vor der Witterung suchten. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln war unzureichend. Die Soldaten, die nach der bedingungslosen Kapitulation in Gefangenschaft gerieten, wurden als Disarmed Enemy Forces also als entwaffnete feindliche Streitkräfte bezeichnet, sie wurden zunächst nicht gemäß Genfer Konvention wie Kriegsgefangene behandelt. Nach offiziellen Angaben starben 128 Soldaten in der Gefangenschaft." Quelle: Wikipedia

Büderich war das nördlichste der sog. "Rheinwiesenlager". 

Nicht weit davon entfernt war das Lager in Rheinberg. Es war das erste dieser Lager. "Es diente als Durchgangslager für Kriegsgefangene, die sich amerikanischen Truppen auf ihrem Vormarsch vom Weseler Brückenkopf aus bis zur Elbe ergaben. Errichtet wurde es ab Mitte April 1945 von Soldaten der 106. US-Infanterie-Division unter Heranziehung deutscher Kriegsgefangener. Dafür wurde westlich von Rheinberg, entlang der heutigen Bahnstrecke Duisburg–Xanten, ein 350 ha großes Acker- und Wiesengelände mit drei Meter hohen Stacheldrahtzäunen umgeben und hermetisch von der Außenwelt abgeschottet.

Aufgeteilt war es in acht Einzelcamps, genannt Cages (übersetzt: Käfige), ohne jegliche Behausung, sanitäre Anlagen oder gar Versorgungsstruktur. Darin pferchte man zeitweise bis zu 130.000 Kriegsgefangene ein, zu jeweils 8.000–30.000 pro Cage. Kälte, Hunger, mangelnde Hygiene und fehlende medizinische Versorgung waren Hauptursachen für schwere Krankheiten. Innerhalb des Lagers verstarben wohl etwas über 500 Kriegsgefangene." Quelle: Wikipedia

Kriegszerstörungen entlang der Wilhelmstraße (ev. Gemeindehaus)

Auf der Rückseite dieses Fotos von der Wilhelmstraße steht geschrieben: "28. März 1945:

Eine Straße im zerstörten Friedrichsfeld, Deutschland, durch welche die 30th Infanterie Division als Teil des Vorstoßes der 9. Armee nach der Überquerung des Rheines gezogen ist." 

Wer aufmerksam hinschaut, kann hinter dem Pferd in der Mitte die ev. Kirche erkennen. Wir schauen von der Spellener Straße aus in Richtung Kanal. Zum Vergleich findet sich unten ein Foto der Kirche.

Im ehemaligen Offizierspark am Ende der Spellener Straße / B8 befindet sich ein Kriegsopfermahnmal aus eindrucksvollen Stelen. Hier wird der 253 gefallenen Soldaten und der 91 zivilen Kriegsopfer aus Friedrichsfeld gedacht. Ein kleiner Abstecher dorthin lohnt sich auf jeden Fall auf unserer Radtour. 

Nach einer Eintragung im Kirchenbuch der kath. Kirchengemeinde St. Elisabeth schlug nachts um 23.30 Uhr eine Granate in den Kirchenkeller der katholischen Notkirche ein und tötete dort acht Einwohner, die dort Schutz gesucht hatten. Vom anderen Rheinufer aus waren im Rahmen der Operation "Plunder" 130.000 Granaten auf das Ostufer abgefeuert worden, 547 in der Minute. Insgesamt kamen an diesem 24. März 1945 in Friedrichsfeld 14 Zivilisten zwischen 13 und 87 Jahren durch Kriegseinwirkung ums Leben. 

Dieses Bild zeigt die Kriegszerstörungen im Ortsteil Friedrichsfeld aus der Luft: 



Ein Kriegslazarett in der Heideschule an der Wilhelmstraße

Im 30th Medical Department Diary (das ist die Medizinische Abteilung der 30. Division) der US-Army wird das Geschehen rund um das Lazarett in der Schule an der Wilhelmstraße beschrieben. Die Amerikaner hatten dem Ortskern von Friedrichfeld den Code-Namen "Hedy" gegeben. 

Am ersten Tag des Rheinübergangs wurden Verwundete noch nach Alpen gebracht, der Transport dauerte 1 1/2 Stunden. Im 5. Bericht vom 25. März 1945 lesen wir: 

"Zuerst betraten wir Spellen und kamen über Ork, Mehrum, Löhnen, Schanzenberg nach Friedrichsfeld. In Friedrichsfeld fand Oberst Treherne ein Gebäude, welches als Lazarett brauchbar schien. Es hatte zwar kein Dach, war aber ansonsten brauchbar. Der Oberst hängte ein Schild "Reserviert" ans


Gebäude. Als wir ins Gebäude gingen, brachte ein GI gerade einen deutschen Gefangenen um die Ecke des Gebäudes. Major Sconyers und ich schauten aus der Rückseite des Gebäudes und sahen eine Gruppe Soldaten, die sich in Richtung eines Gebüschs bewegte, ich denke um es zu säubern. (Mit diesem Ausdruck waren evtl. feindliche Soldaten gemeint.) Über ihren Köpfen explodierten einige Granaten."

26./27. März 1945

"Morgens um 8:00 Uhr überquerten wir wieder den Rhein und fuhren zum Ort Friedrichsfeld. Eine Menge Soldaten setzte sich in Bewegung. Wir kamen zum Schulgebäude, welches als Lazarett benutzt werden sollte. Das Gebäude war während der Nacht als Quartier benutzt worden. Einige Leute des 48th Feldhospitals füllten Granattrichter auf, um ihre Zelte aufzubauen. 

Auf der Vorderseite der Schule befindet sich ein von den Deutschen angelegter Friedhof. Er ist sicherlich noch ganz neu. Es dauerte nicht mehr lange, bis unsere Einheit kam und wir alles für den Lazarettdienst einrichteten. Um 10.00 Uhr war das Lazarett bereit. Unsere Leute bezogen Quartier in der Nähe unseres Lazaretts."

Hier wurden also verwundete alliierte Soldaten versorgt. 

Das Schulgebäude war im September 1930 (damals noch dreistöckig) als neue evangelische "Heideschule" eröffnet worden (wobei auch zwei katholische Klassen dort unterrichtet wurden). 

Das Gebäude diente auch schon vom 26.9.1944 als deutsches Feldlazarett. In der Schulchronik der Mädchenschule in Friedrichsfeld vermerkt deren Rektor Deinert: "Ich habe nie eine solch anmaßende Gesellschaft gesehen, wie es die Ärzte und das Sanitätspersonal sind. Gut essen und trinken scheint ihnen die Hauptsache zu sein." 

Auf dem Dach war ein großes rotes Kreuz aufgemalt, um Bombardierungen zu verhindern. 

Lehrer Deinert berichtete, dass Anfang März 1945 in dem Gebäude ein deutscher Hauptverbandsplatz eingerichtet wurde. "Ein sprechendes Zeugnis für die Nähe der Front. 51 Soldatengräber im Westteil des Schulhofes zeugen davon." Er beschreibt zudem komplett demoralisierte, versprengte Soldaten "Spitzbuben", die stahlen und plünderten. Zudem warfen sie ihre Waffen weg, die überall herumlagen. 

In diesem Lazarett starb auch der Pfarrer Wilhelm Kirchmann (während dort noch ein deutsches Lazarett war) an seinen Verletzungen. Auch er wurde auf dem provisorischen Friedhof auf dem Schulhof beigesetzt und liegt heute auf dem Kriegsgräberfriedhof in Voerde. 



Erinnerungs-Radtour von Friedrichsfeld nach Mehrum

In diesem Jahr jährt sich das Ende des 2. Weltkriegs am Tag der Kapitulation des deutschen Reichs am 8. Mai 1945. Vierzig Jahre später, am 8...