130.000 Granaten sollen in dieser Zeit verschossen worden sein. Mit verheerenden Folgen. Kaum ein Haus blieb unbeschädigt.
Die Zahl ziviler Opfer war weniger hoch als befürchtet werden musste, da viele Familien im Vorfeld schon evakuiert wurden oder freiwillig die Gegend verließen. Dennoch harrten zahlreiche Zivilisten auf ihren Höfen und in Spellen, Ork, Mehrum und Löhnen aus. Mindestens 44 von ihnen kamen in diesen Tagen ums Leben. Man schätzt, dass in Voerde auch 250 deutsche Soldaten starben. Die Amerikaner zählten 41 Gefallene, 7 Vermisste und 450 Verwundete in 24 Stunden.
Zum Glück war die in den Dünen von Spellen befindliche Flakstellung da schon nicht mehr besetzt, was einen noch schlimmeren Beschuss verhinderte.
"Am Nachmittag des 23. März 45 fielen auch beide Kirchtürme des Dorfes Spellen." So berichtete es recht lapidar die Schulchronik der ev. Schule Spellen.
Der kath. Pfarrer Rinschede hatte den Beschuss im Keller des Krankenhauses überstanden, das selbst auch 100 Volltreffer erhalten hatte. Eine Giebelwand war fast ganz zerstört. Die Amerikaner ernannten ihn zum "Bürgermeister". In der Pfarrchronik berichtete er: "Es war nicht rosig. Die Pfarrkirche sehr schwer beschädigt. Turm fast total zerschossen. Ein Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte. Das Pfarrheim ausgebrannt bis zum Keller. Die Küsterei wohl kaum aufbaufähig. Die Katstelle Hemming total zerstört. Manche Häuser brannten."
Die Scheune des Steegerhofes in Ork wird von den Katholiken als provisorische Notkirche eingerichtet und genutzt, wo am 8. April erstmals wieder Gottesdienst gefeiert wurde.
Auch die evangelische Kirche war schwer beschädigt worden, der Turm fast komplett zerstört. Die Pfarrersfamilie war evakuiert worden, Pfarrer Boelitz kehrte erst am 30 März 1948 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück.





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