Dienstag, 1. April 2025

Kriegsschäden am Wesel-Datteln-Kanal

Auch die wichtige Wasserstraße des erst im Jahr 1930 eröffneten Kanals wurde in Mitleidenschaft gezogen. So waren die Brücken über den damaligen Lippe-Seiten-Kanal zum Teil zerstört worden. 

Die Brücke an der Landstraße von Spellen nach Wesel (Bühlstraße) wurde im März 1945 gesprengt. Erst 1959 konnte eine neue Brücke fertiggestellt werden. 

Auch die Brücke der Bahnlinie von Hamborn nach Wesel, die sogenannte Spellener Bahn (oder Walsumbahn) wurde im März 1945 von der Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch der feindlichen Truppen aufzuhalten. Die Folgen sind noch bis heute spürbar. 

"Der Verlust der Eisenbahnbrücke bedeutete den Todesstoß für die Spellner Hochbahn. (...) Die stand aber noch bis unmittelbar vor dem Einmarsch der Amerikaner am Samstagmittag. Dann gefiel es einem Offizier noch in letzter Minute das eingebaute Dynamit zu zünden." (Thomas Vowinkel in einem Beitrag: "Für die Spellener ist der Zug abgefahren".)

1952 wurde die zerstörte Brücke demontiert, also sieben Jahre nach ihrer Zerstörung und verschrottet. Die Reste der Widerlager, auf denen die Stahlbrücke lag, sind noch heute vorhanden. 

Bis heute ist die Brücke nicht wieder aufgebaut, zwischenzeitlich fuhren zwar Züge über die Hochbahnstrecke der Spellner Bahn bis zum Lippehafen. Dieser neu belebte Zugverkehr fand aber durch das Emscherhochwasser eine längere Unterbrechung. Die Brücke dort soll 2025 wieder fertig sein. Ob man dann evtl. auch die Brücken über die Lippe und den Wesel-Datteln-Kanal wiederherstellen wird, damit man die Bahn auch für den Personenverkehr wieder nutzen kann? Man darf gespannt sein. 

Auch gesprengt wurde die Brücke an der Frankfurter Straße, wieder im März 1945. Im Januar 1957 konnte man sie wieder überqueren, 12 Jahre nach ihrer Zerstörung. 

Die nächste Brücke ist die der Eisenbahnlinie zwischen Dinslaken und Wesel. Auch sie wurden gesprengt, wie auch die Brücke der B8/Hindenburgstraße, sowie die heute ebenfalls verschwundene Brücke Ullrichstraße / Schulweg. Diese Brücke lag unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke und wurde 1947 ersatzlos (und heute spurlos) verschrottet. 

Nur zwei Verbindungen über den Kanal wurden 1946 provisorisch wieder hergestellt, eine der Brücken der Eisenbahnlinie Oberhausen - Arnheim und eine militärische Hilfsbrücke, eine sog. Bailey-Brücke im Zuge der B8. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad konnte man über die Schleuse den Kanal überqueren. Außerdem richteten die Einwohner für die Überquerung Behelfsfähren mit Booten ein. Das Bild zeigt dies auf der Höhe der Frankfurter Straße. 

Quelle: 2022 Jahrestage in Friedrichsfeld - 100 Jahre Brücken über den Kanal in Friedrichsfeld. 

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