In der Zeit von 1934 bis 1937 nutzte der „Deutsche Arbeitsdienst“ das Herrenhaus als Quartier. Einige Stallungen wurden zu Waschkauen umgebaut und im Park zusätzliche Wohnbaracken errichtet.
Kommandos und Stiefelklappern störten von nun an die Stille des Schlosshofes bei der fast militärischen Ausbildung der hier stationierten Dienstabteilung. Nach dem Abzug des Arbeitsdienstes 1937 kehrte bis zum Kriegsausbruch Ruhe ein. In den Jahren 1939 bis 1945 fanden Kriegsgefangene – Franzosen, Russen, Polen und später „Fremdarbeiter“ (zur Arbeit in Deutschland gezwungene Menschen aus den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten)- ein Obdach im Schlossgebäude.
Am 17.10.1944 vernichteten Brandbomben den Pferde- und Kuhstall mit der Milchkammer. Dabei verbrannte das dort eingelagerte Getreide der damaligen Pächter Gerhard Hüser und Wilhelm Klein. Nur die Dreschmaschine konnte rechtzeitig gerettet werden. Die Mauerreste der Ruine dienten den amerikanischen Pionieren beim Rheinübergang im März 1945 als Unterbau für die Zufahrtsrampen an den Pontonbrücken.
Während der Eroberung des Niederrheins durch die Truppen der Alliierten im März 1945 erhielt das Schloss mehrere Granattreffer, die das einst stolze Haus in eine traurige Ruine verwandelten.In den ersten Nachkriegsjahren dachte niemand an einen Wiederaufbau, da Baumaterial nur zur Schaffung von Wohnraum verfügbar war. Wind und Wetter vollendeten das menschliche Zerstörungswerk in den folgenden Jahren.
Es fehlte nicht an Vorschlägen, die Ruine einem neuen Verwendungszweck zuzuführen (Jugendherberge, Museum u. a. ).
Am 12.04.1952 berichtete die WAZ-Westdeutsche Allgemeine-Zeitung: „Wie aber auch der oberflächliche Betrachter feststellen kann, droht dem gesamten Gebäudekomplex Einsturzgefahr, falls nicht umgehend Maßnahmen getroffen werden. Diese Maßnahmen will der jetzige Besitzer Krieger (Mitinhaber der Fa. Hülskens) ergreifen, allerdings nicht im Sinne des Kreises und des Landes. Er beabsichtigt nämlich, die beiden Giebelwände einzureißen. Die ersten Vorbereitungen wurden bereits getroffen.“
Da auch in den folgenden Jahren keine Finanzmittel für den Wiederaufbau beschafft werden konnten, musste im Frühjahr 1960 das Dorf von seinem alten Wahrzeichen Abschied nehmen. Der Besitzer beseitigte die Ruine und fuhr den Schutt in ein ausgekiestes Baggerloch am Rhein.Auf dem Schlosshof kennzeichnen nur noch zwei Treppenstufen den Eingang zum ehemaligen Herrenhaus. Auch ist dort ein alter Giebelstein erhalten.
Das Dorf hält sein verlorenes Wahrzeichen in guter Erinnerung. Ein Foto ziert fast jedes Mehrumer Wohnzimmer und der Schützenverein trägt es auf seiner Fahne und den Uniformen. Eine Darstellung des Schlosses befindet sich auch in der Schützenhalle.
Von den Wirtschaftsgebäuden blieb die große Scheune erhalten. Das sogenannte Hinterhaus wurde 1947 abgebrochen. In dem heute noch vorhandenen Gebäude befinden sich Mietwohnungen.
Quelle u.A.: https://www.rheindorf-mehrum.de/haus-mehrum.html




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