Dienstag, 1. April 2025

Churchill in Spellen

Der englische Premierminister Winston Churchill machte am Palmsonntag, 25. März 1945 einen Besuch an der Front. Er traf zunächst am Hauptquartier des 16. amerikanischen Korps in Kamp-Lintfort ein, wo er die Kommandierenden Eisenhower, Bradley und Simpson traf. 

Nach dem Lunch fuhren sie Richtung Wesel und machten Halt beim Restaurant "Wacht am Rhein" am Büdericher Rheinufer, von wo aus sie bei bestem Wetter eine klare Sicht auf das von den Alliierten sogenannte "Berliner Ufer" - die rechte Rheinseite - hatten. Allerdings gab es dort nicht viel zu sehen, so dass sich Eisenhower bald verabschiedete. 

Als Churchill ein in der Nähe anlegendes Landungsboot erblickte, kam ihm eine Idee, von deren Ausführung er später in seinen Memoiren schrieb: 

"Ich sagte zu Montgomery: "Wollen wir nicht hinübergehen und sehen, wie es drüben ausschaut?" Einigermaßen überrascht hörte ich ihn antworten: "Warum nicht?"

Er zog noch einige Erkundigungen ein, dann setzten wir mit drei oder vier amerikanischen Generälen und einem halben Dutzende amerikanischer Soldaten über den Strom.

Im hellsten Sonnenschein und absolutem Frieden landeten wir am deutschen Ufer und gingen dort eine halbe Stunde unbehelligt spazieren."

Churchill und Montgomery stapften durch die Wiesen, etwa in der Gegend des hohen Ufers der Gest. Aber auch hier tat sich nichts Wesentliches, so dass die ganze militärische Gesellschaft nach kurzer Zeit wieder ins Boot stieg und zurückfuhr Kriegsberichterstatter hielten diesen ersten Ausflug auf das rechte Rheinufer im Bild fest, das dann um die Welt ging. Die Spellener bekamen von diesem historischen Moment nichts mit. 

General Eisenhower, der spätere Präsident der USA, kommentierte die symbolträchtige Rheinüberquerung des britischen Premierministers so: "Es war ihm zweifellos eine große Genugtuung, das Ostufer des traditionellen deutschen Verteidigungsriegels betreten zu können. Vielleicht sah er darin eine für die endgültige Niederlage des Feindes symbolische Handlung - eines Feindes, der England fünf Jahre zuvor an die Wand gedrückt hatte."

Vom Besuch des britischen Premiers an der Front und auf Voerder Gebiet gibt es sogar bewegte Bilder aus dem Film "Krieg am Niederrhein". 




Technisch besser und etwas länger ist der Film, den das Stadtarchiv Wesel im Netz zur Verfügung stellt: 


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