Hier befand sich das aus mehreren Baracken bestehende Durchgangslager Friedrichsfeld. Hier waren viele junge Frauen und Männer zeitweise untergebracht, die in Deutschland Zwangsarbeit verrichten und die Arbeitskraft deutscher Soldaten zu ersetzen hatten. Zunächst waren diese Zwangsarbeiter ganz in der Nähe der Betriebe untergebracht. Nachdem aber der Bombenkrieg intensiver wurde, brachte man die Zwangsarbeiter in Randbereichen unter. So entstand auch das Lager am Buschmannshof in Voerde für die Zwangsarbeiter der Firma Krupp in Essen.
1942 gab es erste Pläne, einige Baracken der ehemaligen Militärunterkünfte in Friedrichsfeld für ein solches Lager zu nutzen. Vorher waren sie von einigen NS-Organisationen und vom Reichsarbeitsdienst RAD genutzt worden. Die Siedlungsgesellschaft akzeptierte den Plan des Landesarbeitsamts Köln, einen Teil der Baracken für diese Zwecke zu vermieten.
Am 17. und 18. Oktober 1944 kamen zahlreiche Niederländerinnen und Niederländer aus der Region Limburg im Lager an. In ihren Erinnerungen heißt es: "Das Lager Friedrichsfeld in der Nähe von Wesel umfasste über 20 Holz- und Backsteinbaracken, die von Polen und Russen - manchmal zusammen mit ihren Familien - und von Belgiern, Franzosen und Italienern bewohnt wurden. Ihr mageres Gesicht, ihre Kleidung und der apathische Gesichtsausdruck ließen keinen Zweifel an den mehr als horrenden Lebensbedingungen."
Da das Lager unter Androhung schwerster Strafen nicht fotografiert werden durfte, gibt es so gut wie keine Aufnahmen. Bekannt ist nur ein einziges Bild, das Zwangsarbeiter auf der Poststraße vor dem Lagerzaun, auf dem Weg zum Bahnhof zeigt. Von hier wurden die Zwangsarbeiter in die Umgebung verteilt. Besonders schlecht behandelt wurden die Ostarbeiter, die an ihrer Kleidung die Markierung OST zu tragen hatten.
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| Das Foto zeigt eine Kennmarke für einen Zwangsarbeiter im Lager Friedrichsfeld. |
Spätestens mit dem Rheinübergang der Amerikaner war das Lager evakuiert worden. Siegfried Thielen berichtete noch von einer ausgehungerten Frau, die sich verängstigt in einem Wäscheberg versteckte und den Granatbeschuss verwundet überlebte. Ihr weiteres Schicksal bleibt ungewiss."
Zahlreiche Berichte gibt es über die unmenschliche Behandlung der Zwangsarbeiter, vor allem durch die Bewacher. Aber auch von heimlicher Hilfe durch die Zivilbevölkerung und einigermaßen guter Behandlung z.B. in Bauernhöfen und Betrieben.
Quellen: 2020 Jahrestage in Friedrichsfeld
W. Kolks: Voerder Chronik 1900 - 1950



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