Dienstag, 1. April 2025

Wesel und die Rheinbabenbrücke

Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Rheinbrücke in Wesel. Die Stadt Wesel war die am stärksten zerstörte deutsche Stadt, die Statistiker errechneten später einen Zerstörungsgrad von 98 Prozent. 

Immer wieder griffen Bomber die Stadt an. 

Am 10. Februar fielen 50 Bomben die nördlichen Teile der Stadt. 

Ein großer Angriff erfolgte am 14. Februar durch 37 viermotoriger US-Bomber, er galt der Rheinbabenbrücke. Der in Richtung Büderich gelegene Teil der Straßenbrücke brach dabei ein. In den Trümmern der Brücke entstanden später Fotos des britischen Premiers Winston Churchill, die um die Welt gingen. 

Am 16. Februar griffen 63 viermotorige US-Bomber gegen 11.30 Uhr zunächst die Rheinbrücken, dann die Stadt an. Gegen 16 Uhr folgt ein Großangriff von 100 viermotorigen englischen Bombern. In Wesel kamen 322 Einwohner ums Leben, dazu wahrscheinlich etwa 100 deutsche Soldaten. 

Am folgenden Tag bewahrt eine Wolkendecke die Stadt vor dem Angriff von 298 viermotorigen britischen Bombern. 

Der erfolgt dann am 18. Februar durch 160 viermotorige britische Bomber, die gegen 15 Uhr die Ruinen der Stadt angreifen und erneut 46 Menschen töten. 

Schon am 19. Februar erfolgte der nächste Angriff durch 168 viermotorige Bomber, bei dem 23 Menschen starben. 68 viermotorige US-Bomber greifen gleichzeitig die Weseler Eisenbahnbrücke an, die dabei aber nicht zerstört wurde. 

Gegen diese Brücken erfolgte am 24. Februar ein erneuter Angriff von 70 viermotorigen US-Bombern, wieder ohne die Brücke zu zerstören. 

Am 6. und 7. März greifen 48 leichte britische Mosquito-Bomber die Stadt an, in der Nacht folgen Angriffe mit 87 viermotorigen Bombern und erneut 51 leichten Mosquito-Bombern. Das Ziel sind diesmal deutsche Truppen und Fahrzeugkolonnen. 

Am 10. März sprengen die Deutschen schließlich die Eisenbahnbrücken. Kurz danach ist der gesamte linke Niederrhein in alliierter Hand. 

Ein letzter Bombenangriff auf die Trümmer von Wesel erfolgt mit 195 Bombern in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1945 im Rahmen des Rheinübergangs der Operation "Plunder". Die verbliebenen Verteidiger Wesels waren völlig erschöpft, verwundet und demoralisiert und können den alliierten Truppen nichts mehr entgegensetzten. Wesel wurde schon am Morgen des 24. März 1945 erobert. 

Die Trümmer der Eisenbahnbrücke, wie die Reste der Verteidigungsanlagen der Garnisonsstadt Wesel sind bis heute in der Landschaft sichtbar. Die Eisenbahnbrücke wurde nicht wieder aufgebaut, wohl aber unmittelbar nach dem Rheinübergang durch drei Pontonbrücken und eine "semi-permanente" Brücke auf Holzpfählen ersetzt. Wenn auch nur für kurze Zeit. 

Züge überqueren den Rhein weiter südlich als Duisburg bis nur niederländischen Grenze nicht mehr. 

Hier ein kleiner Film über die Zerstörungen in Wesel. 



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